Bilanz der Polizei zur Demonstration gegen den Polizeikongress

Sonntag, 17. Februar 2013
Pressemeldung der Berliner Polizei

Diverse Sachbeschädigungen, ein brennendes Auto sowie acht verletzte Polizisten und 25 festgenommene Straftäter sind die Bilanz eines Internetaufrufs zu einer Demonstration in Kreuzberg gegen einen in der nächsten Woche stattfindenden Polizeikongress. Ab 20 Uhr versammelten sich rund 200 Personen in der Köpenicker Straße und mehrere hundert im Bereich des Mariannenplatzes. Beide Personengruppen schlossen sich zusammen, so daß insgesamt schließlich rund 650, teilweise vermummte Personen vom Mariannenplatz in Richtung Heinrichplatz liefen. Hierbei zündeten sie immer wieder bengalische Feuer an. Polizeibeamte, die daraufhin versuchten, den nicht angemeldeten Aufzug anzuhalten um zunächst mit einem Verantwortlichen sprechen zu können, wurden teilweise mit Steinen beworfen. In der Mariannenstraße wurde ein „Mercedes“ eines 76-jährigen Mannes zerkratzt und in Brand gesetzt, der jedoch wenig später gelöscht werden konnte. Den eingesetzten Polizeibeamten gelang es, den geschlossenen, aggressiven Aufzug zu unterteilen, woraufhin sich die Personen in kleineren Gruppen sowie einer größeren Gruppe von rund 300 Personen in verschiedene Richtungen entfernten. Die größere Gruppe bewegte sich in Richtung eines Autohauses in der Skalitzer Straße und versuchte dort, eine von der Polizei errichtete Absperrung zu durchbrechen, was nur durch den Einsatz von Pfefferspray und Rettungsmehrzweckstöcken verhindert werden konnte.
Im Nachgang kam es in Kreuzberg zu diversen Sachbeschädigungen. Dabei wurden unter anderem Scheiben der Bundesdruckerei und zweier Bankfilialen mit Steinen und Farbbeuteln beworfen. Außerdem wurden Hindernisse auf Fahrbahnen gelegt und die Glasscheiben von Bushaltestellen zerschlagen. Weiterhin wurden Autos von Anwohnern und eines kleinen Handwerksbetriebs beschädigt indem Scheiben eingeschlagen und Spiegel abgetreten wurden. Gegen 22 Uhr 30 waren im Bereich des Mariannenplatzes noch rund 80 ehemalige Teilnehmer des nicht angemeldeten Aufzugs anwesend, denen Platzverweise erteilt wurden.
Bis in die frühen Morgenstunden versuchten teilweise vermummte Personen immer wieder sich in Kreuzberg und Friedrichshain zu Spontanaufzügen zusammenzuschließen, was jedoch von den rund 1000 eingesetzten Polizisten konsequent verhindert werden konnte.
Gegen 1 Uhr 50 bewarf ein 17-Jähriger in der Rüdersdorfer Straße in Friedrichshain einen fahrenden Einsatzwagen der Polizei zweimal mit Gegenständen und beschädigte hierdurch die Frontscheibe des Autos. Der alkoholisierte 17-Jährige wurde festgenommen.