Nächtliche Attacken auf Polizeibeamte

Sonntag, 29. Januar 2012
Pressemeldung der Berliner Polizei

Zu einer Reihe strafbarer Aktionen kam es in der vergangenen Nacht in Friedrichshain. Ein Bezug zu einer Demonstration am Nachmittag in Neukölln, die von Angriffen auf die Polizei gekennzeichnet war, ist nicht auszuschließen.
Kurz nach Mitternacht wurden gewaltbereite Gruppen in Friedrichshain aktiv. Gegen 0 Uhr 25 Uhr betraten mehrere unbekannte Personen den Hof der Liebigstraße 14 und zerschlugen dort Fensterscheiben. Anschließend begaben sie sich in den Flur des Hauses und besprühten die Wand. Während der Tatortsicherung wurden Einsatzkräfte mit Steinwürfen und Laserpointern aus einer vermummten Personengruppe heraus, die vorher in einem Szenelokal war, angegriffen. Im weiteren Verlauf wurden im Nahbereich Pkw und Müllbehältnisse in Brand gesetzt.
Die eingesetzten Polizeikräfte schritten gegen die mutmaßlichen Täter ein, wurden aber massiv mit Feuerlöschmitteln besprüht und mit Bauschutt beworfen. Beim Versuch, mit einer Leiter in ein Treppenhaus in der Rigaer Straße zu gelangen, wohin sich eine größere Zahl aus der mutmaßlichen Tätergruppe zurückgezogen hatte, wurden die Beamten mit Löschschaum besprüht und mit einer Stange angegriffen, um die Leiter umzustoßen. Ferner warfen die Personen mit Fensterglas, Farbeimern und setzten Pfefferspray ein. Einer der eingesetzten Beamten wurde mit einer Eisenstange angegriffen, als er für kurze Zeit das Visier an seinem Helm hochschob, das mit Löschschaum zugedeckt war. Nur dank seiner schnellen Reaktion konnte er dem auf seinen Kopf gerichteten Schlag ausweichen. Wegen dieses Vorgehens ist ein Ermittlungsverfahrens wegen versuchten Totschlags eingeleitet worden.
Die Einsatzkräfte nahmen 25 Tatverdächtige wegen schweren Landfriedensbruchs fest. Gegen drei weitere festgenommene Tatverdächtige ist ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter schwerer Brandstiftung eingeleitet worden. Sie hatten in der Proskauer/Ecke Liebigstraße einen Altpapiercontainer in eine Hausdurchfahrt geschoben und angezündet. Nur durch das schnelle Eingreifen der Polizisten konnte das Feuer rechtzeitig vor dem Übergreifen auf Gebäudeteile gelöscht werden.
Gegen 4 Uhr 30 trat eine deutliche Lageberuhigung ein.
Insgesamt gab es 38 Freiheitsentziehungen, 48 Polizeibeamte wurden verletzt, 31 Strafverfahren wurden eingeleitet. Rund 160 Polizeibeamte waren im Einsatz.