Zukunft der East-Side-Gallery

Montag, 16. Oktober 2017
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg berät gemeinsam mit dem Land Berlin, betroffenen Künstler*innen und Initiativen vor Ort über die Zukunft der East-Side-Gallery und ihrer Umgebung. Hierzu hatte die zuständige Bezirksstadträtin für Kultur, Clara Herrmann, zusammen mit Gerry Woop, Staatssekretär für Denkmalschutz und Europa, und Werner Heck, Vorsitzender des Kulturausschusses der BVV Friedrichshain-Kreuzberg, zur Diskussionsveranstaltung eingeladen.

Wie kaum ein anderes zeitgeschichtliches Objekt ist dieser Mauerabschnitt von permanenter Transformation geprägt. Für den Bezirk ist die East-Side-Gallery ist ein wichtiger Gedenkort, aber kein Ort für weitere Events oder Kommerz. Es soll daher ein öffentlich zugänglicher Ort bleiben, mitsamt der dazugehörigen Grünflächen. Eine weitere Bebauung lehnt das Bezirksamt ab.

Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg hatte beschlossen, mit einem Hearing zur Zukunft der East Side Gallery, der temporär als „West Side Gallery“ genutzten Rückseite dieses Mauerabschnitts, des ehemaligen Todesstreifens sowie des diese umgebenden Areals die Entwicklung eines umfassenden Konzepts für die Zukunft dieses einzigartigen Denkmals und Ortes anzustoßen. Dem Bezirk ist es ein wichtiges Anliegen, dass nicht allein Politik und Verwaltung über die Zukunft dieses Denkmals entscheiden.

Zu Wort kamen in der von Werner Heck moderierten Veranstaltung deshalb neben Vertreter*innen der zuständigen Behörden auf Bezirks- und Landesebene auch einige der 121 Künstler*innen, die die East-Side-Gallery gestaltet haben, Initiativen und Bündnisse, die sich für Erhalt und Zukunft der East Side Gallery einsetzen. Mit Kai Wiedenhöfer und Stefan Roloff waren auch zwei der Künstler dabei, die mit ihrer Kunst auf der Rückseite der East-Side-Gallery aufgezeigt haben, was dieser besondere Ort als lebendiges Denkmal zur Auseinandersetzung mit Mauern, Flucht und Vertreibung heute beitragen kann. Auch Vertreter*innen von Vereinen, die sich für Verfolgte des DDR-Regimes einsetzen, diskutierten mit.

Die Teilnehmer*innen besprachen kontrovers, wie das Denkmal künftig am besten betreut werden könne, wie die Rückseite, die sogenannte West-Side-Gallery, am besten eingebunden und gestaltet werde und die mögliche weitere Bebauung des Umfelds verhindert werden könne. Wichtige Themen sind die Instandhaltung und Restaurierung der Kunstwerke, aber auch der Sicherheitsaspekt fotografierender Tourist*innen im Straßenbereich.
„Die East-Side-Gallery ist ein Ort mit internationaler Strahlkraft und einer der wichtigsten berlinweiten Gedenkorte. Sie ist ein Symbol für die friedliche Revolution, für die Überwindung von Mauern, für Freiheit und Kunst. Die Verantwortung für die Weiterentwicklung dieses Denkmals geht über die Bezirksebene hinaus. Mit dem Senat, der Stiftung Berliner Mauer und den zahlreichen Initiativen und Künstler*innen werden wir deshalb die begonnenen Gespräche fortsetzen.“, erklärt Clara Herrmann, Bezirksstadträtin für Finanzen, Umwelt, Kultur und Weiterbildung.

„Die East-Side-Gallery steht für die Teilung Berlins und die Freude über die Überwindung dieser Teilung gleichermaßen. Die Bilder entlang der Galerie drücken diese Freude aus. Um beide Aspekte in der Weiterentwicklung des Gedenkortes zu bedenken, ist der gewählte partizipative Ansatz genau richtig.“ sagt Gerry Woop, Staatssekretär für Denkmalschutz und Europa.