Statistik zur häuslichen Gewalt in Friedrichshain-Kreuzberg

Freitag, 24. November 2017
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Im Vorjahr ist ein leichter Rückgang von Fällen häuslicher Gewalt in Friedrichshain-Kreuzberg zu verzeichnen. 2016 wurden im Bezirk insgesamt 844 Fälle registriert. Das sind 27 Fälle weniger als 2015. In der Statistik finden sich nur die angezeigten Taten. Die Dunkelziffer der Vorfälle, die nicht registriert werden, liegt vermutlich wesentlich höher.

„Jeder Fall von häuslicher Gewalt ist ein Fall zu viel. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass häusliche Gewalt leider kein Randthema ist, sondern viele Menschen betrifft, vor allem Frauen und Kinder. Dass sich nach wie vor hunderte Frauen in unserem Bezirk in ihrem eigenen Zuhause nicht sicher fühlen können, ist erschreckend.“, sagt Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann.

Die Berliner Frauenhäuser mit insgesamt 326 Plätzen werden weiterhin in hohem Maße von Frauen in Anspruch genommen, die Angst vor ihrem Partner oder Ex-Partner haben. Zudem gibt es berlinweit 41 Angebote an Zufluchtswohnungen, die 2016 von 244 Frauen und 194 Kindern genutzt wurden. Rund 9.000 Frauen nahmen im Vorjahr die telefonische Beratung der BIG-Hotline in Anspruch. Diese täglich erreichbare Hotline ist ein Unterstützungsangebot für alle Frauen und deren Kinder, die in ihrer Beziehung Gewalt erleben, nach ihrer Trennung immer noch von ihrem Ex-Partner bedroht und belästigt werden oder Übergriffen ausgesetzt sind. Im Land Berlin gibt es fünf Frauenberatungsstellen mit Schwerpunkt Antigewaltberatung. Diese wurden 2016 rund 2.500 von betroffenen Frauen und Unterstützer*innen konsultiert.