Silvio-Meier-Preisverleihung am 21. November 2017

Mittwoch, 25. Oktober 2017
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Die Preisträger*innen Edeltraut Pohl und die Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg des Kampagnenbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ werden am 21. November für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung ausgezeichnet. Zu der feierlichen Verleihung laden wir alle Interessierten ganz herzlich ein.

Der Silvio-Meier-Preis ehrt Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen oder Projekte, die sich im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aktiv gegen soziale Bevormundung, Entmündigung, Diskriminierung, Rechtsextremismus, Rassismus, soziale und kulturelle Ausgrenzung einsetzen. Der Preis trägt den Namen von Silvio Meier, einem leidenschaftlichen Kämpfer für Toleranz, Freiheit und politische Emanzipation, der sein couragiertes Auftreten gegen rechte Gewalt mit dem Leben bezahlen musste.

Preisverleihung

Wann? 21. November um 18.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr)
Wo? Jugend[widerstands]museum, Rigaer Straße 9/10, 10247 Berlin-Friedrichshain
Bitte warm anziehen, der Veranstaltungsort ist nicht beheizt.

Die Preisjury, bestehend aus Vertreter*innen des Bezirksamts und der BVV sowie Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, entschied sich einstimmig für die Vergabe des Silvio-Meier-Preises 2016 an Edeltraut Pohl und die Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg des Kampagnenbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“.

Die Friedrichshainerin Edeltraut Pohl (geboren 1942) ist seit 1984 Mitarbeiterin in der Evangelischen Galiläa-Samariter-Kirchengemeinde in Friedrichshain. Seit den 1990er Jahren engagiert sie sich als Beauftragte für Ausländerarbeit in der Beratung von Geflüchteten und Migrant*innen und kümmert sich um Unterkünfte und Behördengänge, aktiviert Ärzt*innen und Anwält*innen, organisiert kulturelle Veranstaltungen, um Spenden einzusammeln. Heute – längst im Ruhestand – kümmert sie sich ehrenamtlich um diese Aufgaben und deren Finanzierung.

Die Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg des Kampagnenbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ hatte sich vor rund anderthalb Jahren zum Ziel gesetzt, deutschlandweit anti-rassistische Schulungen zu organisieren. Dabei sollen Menschen in sogenannten „Stammtischkämpfer*innen-Ausbildungen“ lernen, mit der um sich greifenden Hetze gegen Flüchtlinge, LGBTIQ und andere Gruppen umzugehen und couragierte und angemessene Reaktionen geben zu können. Die Mitglieder der Ortsgruppe haben „Ausbildungen“ für rund 150 Personen organisiert und weitere Menschen in Schulungen vermittelt.

Mit den beiden Auszeichnungen verleiht die Jury den Silvio-Meier-Preis an zwei sehr unterschiedliche Akteure, denen ein außergewöhnliches Engagement gemeinsam sei. Beide Preisträger*innen setzen sich aus Sicht der Jury in Tradition von Silvio Meier in herausragender Weise gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung ein. Edeltraut Pohl als auch die Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg des Kampagnenbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ eint eine besondere Verbindung zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Hintergrund

Am 21. November 1992 wurde im U-Bahnhof Samariterstraße in Friedrichshain der damals 27-jährige Silvio Meier von jugendlichen Neonazis erstochen. Die Polizei sprach damals von einem Streit zwischen Jugendgruppen. Ein politischer Hintergrund wurde geleugnet. Silvio Meier wurde so nicht nur zu einem Opfer rechter Gewalt, sondern darüber hinaus zu einem Symbol für den Kampf gegen Rechts, gegen Ignoranz, Leugnung und fehlende Anerkennung der Gefahr rechter Gewalt durch den Staat und seine Repräsentant*innen.

Mit der Verleihung des Silvio-Meier-Preises bezieht der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg klare Position gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und will aktives, gewaltfreies Eintreten für Freiheit, politische und kulturelle Emanzipation unabhängig von Herkunft, Religion, sozialer Stellung oder sexueller Identität ermutigen und entsprechendes Handeln unterstützen und ehren.