Feinstaub: Verkehrsversuch in der Frankfurter Allee geplant

Montag, 27. Juni 2016
Pressemitteilung von: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Die Frankfurter Allee in Friedrichshain gehört im Bereich zwischen Proskauer Straße und S-Bahnhof "Frankfurter Allee" aufgrund der engen Bebauung und der hohen Verkehrsdichte zu den Berliner Straßenabschnitten mit den höchsten Belastungen durch NOx und Feinstaub.

Die Grenzwerte werden hier häufig überschritten, auch die Lärmemissionen durch den Straßenverkehr sind hoch. Im selben Straßenabschnitt genügt die Radverkehrsinfrastruktur mit vergleichsweise schmalen Radwegen auf Gehwegniveau nicht mehr den Ansprüchen des stetig steigenden Radverkehrs. Besonders in den Bereichen mit hohem Geschäftsbesatz und an den Zugängen zu den U-Bahn-Stationen führt das zu erheblichen Konflikten mit dem ebenfalls sehr dichten Fußverkehr.

Vor diesem Hintergrund prüft die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, ob  im kommenden Jahr in der Frankfurter Allee in Friedrichshain im Rahmen eines Verkehrsversuchs neue Formen der Verkehrsführung  erprobt werden können. Ziel ist, mit unterschiedlichen Maßnahmen bei den Verkehrsproblemen in diesem Bereich zumindest teilweise Abhilfe zu schaffen.

Dazu starten in Kürze in enger Abstimmung mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Untersuchungen. Denkbar ist z.B. versuchsweise zunächst in stadtauswärtiger Fahrtrichtung den (durch Parken/Halten in zweiter Reihe ohnehin nur eingeschränkt nutzbaren) rechten der drei Fahrstreifen zukünftig dem Radverkehr zur Verfügung zu stellen. Dies würde nicht nur den zunehmenden Radverkehrsmengen gerecht werden, sondern zugleich die Bedingungen für die Fußgängerinnen und Fußgänger in diesem Bereich deutlich verbessern. Auch die Situation des Lieferverkehrs ist Gegenstand der Untersuchung. U. a. wird außerdem geprüft, ob innerhalb der Flächen für den ruhenden Verkehr weitere Ladezonen ausgewiesen werden können. Selbstverständlich werden Fragen des Verkehrsflusses ebenfalls in die Prüfungen einbezogen, insbesondere die Situation an den Einmündungen. Das Gleiche gilt für Möglichkeiten der Steigerung der Akzeptanz der neuen Radverkehrsführung, etwa durch überfahrbare Gummischwellen als zusätzliche Absicherung gegenüber dem Kfz-Verkehr. Vorteilhaft für die Durchführbarkeit eines solchen Verkehrsversuchs sind u. a. Straßenabschnitte ohne Busverkehr (außer nachts) und die relativ geringe Bedeutung von Abbiegebeziehungen.

Bei positivem Ausgang der Untersuchung soll die Umsetzung des Verkehrsversuchs in 2017 erfolgen.

Für diesen Teil der Frankfurter Allee wird derzeit auch geprüft, inwieweit eine Anordnung von Tempo 30 zur Verbesserung insbesondere der Immissionssituation beitragen könnte.