Austausch über Klimawandel: Nicaraguaner besuchen Friedrichshain-Kreuzberg

Montag, 5. Oktober 2015
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Die langjährigen Städtepartner San Rafael del Sur, Nicaragua und Friedrichshain-Kreuzberg haben Ende 2014 beschlossen, im Klimaschutz in Zukunft gemeinsame Wege zu gehen und am Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ teilzunehmen.

Dieses Projekt wird von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) unterstützt und finanziert. Während auf dem Auftaktkongress im März 2015 in Managua noch das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund stand, ging es diesen Sommer bereits an die praktische Arbeit.

Ende Juni besuchten der Direktor der Umweltabteilung in San Rafael del Sur, der Leiter der Abteilung für öffentliche Dienste und der Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation CEDRU das Friedrichshain- Kreuzberger Projektteam für fast eine Woche. Die Projektpartner tauschten sich über die Auswirkungen des Klimawandels, über bereits existierende Projekte und Aktivitäten im Klimaschutz und die kommunalen Organisationsstrukturen aus. Gemeinsam wurde das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung und das Müllheizkraftwerks Ruhleben besucht. Die Fachexperten aus Nicaragua nahmen Anregungen für ihr eigenes Müllmanagement und die klimarelevante Datenerfassung mit nach Hause.

An dem von der SKEW begleiteten Workshop-Tag wurden erste potentielle Handlungsfelder für ein gemeinsames Handlungsprogramm erarbeitet:

  • Umwelterziehung
  • Einsparung von Energie
  • Vernetzung der Verwaltung untereinander und mit der Zivilgesellschaft im Bereich Klimaschutz
  • Begrünungsmaßnahmen und der Schutz von Vegetationsflächen

Der persönliche Austausch ist ein zentraler Punkt in der Zusammenarbeit. Er gestaltete sich jedoch nicht immer einfach u.a. auch auf Grund sprachlicher Probleme. Beide Kommunen sind unterschiedlich stark vom Klimawandel betroffen und unterscheiden sich auch in ihren Erwartungen an das Projekt. Während der Klimawandel für Berlin bislang keine dramatischen Auswirkungen hat, ist Nicaragua von einer zunehmenden Zahl an Naturkatastrophen, wie Dürre und Überschwemmungen betroffen. Ernteausfälle sind für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern heute schon eine existenzielle Bedrohung.
Um diese Folgen zu bekämpfen, beträgt in Nicaragua der Anteil an erneuerbaren Energien (Sonne, Vulkane, Wasserkraft ,Biomasse) jetzt schon 60%, während in Deutschland erst 2035 der Anteil bei 55 – 60 % liegen soll. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt der Schwerpunkt bisher auf Energieeinsparmaßnahmen und der energetischen Gebäudesanierung.

Im Januar 2016 findet voraussichtlich die nächste Fachexpertenentsendung von Friedrichshain -Kreuzberg nach San Rafael del Sur statt. Hier sollen bereits bestehende aber auch geplante Klimaschutzprojekte besucht und gemeinsame Leitlinien als Grundlage für die Ausarbeitung des Handlungsprogramms beschlossen werden.