Friedrichshain-Kreuzberg wird “Essbarer Bezirk“

Dienstag, 10. Juni 2014
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Bei Neupflanzung in allen öffentlichen Grünanlagen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, an Schulen, Sportplätzen und öffentlichen Gebäuden wird in Zukunft essbaren Pflanzen der Vorzug gegeben. Grundlage für die Entscheidung des Bezirksamts ist der Bericht einer Expertenkommission aus mehreren Ämtern und Fachbereichen, die sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit dem Thema „Essbarer Bezirk“ beschäftigt hat.

„Wir möchten mit dem Projekt ,Essbarer Bezirk’ die Vielfalt der Pflanzen befördern“, sagt Bau-Stadtrat Hans Panhoff (B 90/Die Grünen). „Diese Bio-Diversität bedeutet etwa für unsere Parks, dass dort heimische Obstbaumsorten, die nicht länger EU-Kriterien entsprechen, weiter angepflanzt werden können. Das führt zum Erhalt der Sortenvielfalt.“

Besonders an Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen sollen künftig essbare Pflanzen und Stauden eingesetzt werden. „Ziel ist es, dass die Kinder dort künftig Obst ernten können. Es wird für viele Stadtkinder eine positive Erfahrung sein, dass Obst und Gemüse nicht nur im Laden liegen, sondern dass man es selbst anbauen und ernten kann“, sagt Panhoff. Einen weiteren Effekt hat die Pflanzung der heimischen Gewächse: Die Bienenvölker, die von Imkern im Bezirk gehalten werden, finden vielfältigere Nahrung. Die Arbeit der nützlichen Insekten kann durch das einsetzen von essbaren Pflanzen durch Bürgerinnen und Bürger sogar verstärkt werden, indem sie ein- oder mehrjährige Stauden auf Dächern und Balkonen pflanzen.

Bei den Analysen der Experten hat sich gezeigt, dass einige Pflanzen besonders gut geeignet sind, um den klimatischen Bedingungen wie auch den Herausforderungen einer Großstadt zu trotzen. Das gilt insbesondere für

  • Nussbäume und Haselnusssträucher: Aufgrund ihrer robusten Eigenschaften sogar geeignet, um auf Baumscheiben am Straßenrand zu überleben. Außerdem werden sie besonders für Parks und Schulhöfe empfohlen, können aber prinzipiell überall im Bezirk zum Einsatz kommen.
  • Obstbäume: Apfel-, Quitten- oder Birnbäume werden besonders für Parks, Schulgärten oder Einrichtungen wie Kinderbauernhöfe empfohlen. Auch die aus der Balkanregion stammende Kirschpflaume (türkisch: Can Erik) eignet sich hervorragend.
  • Stauden und Obststräucher: Schlehe, Holunder, Johannisbeere oder Apfelbeere (Aronia) eignen sich nicht nur besonders gut für den Anbau in Schulgärten. Den Bürgerinnen und Bürgern wird empfohlen, diese Sträucher zur Dachbegrünung zu pflanzen. Damit unterstützen sie einerseits die Bienen, andererseits dürfen sie sich auf erfolgreiche Ernten freuen.

Erste Erfolge des Projekts „Essbarer Bezirk“ gibt es bereits jetzt vorzuweisen. So sind im Rahmen der Platzgestaltung am „Grünen Tor“ (Oberbaumbrücke/East-Side-Gallery) bereits Sanddornhecken gepflanzt worden. Auch bei der Hofgestaltung der Carl-von-Ossietzky-Schule ist der Anbau von essbaren Pflanzen geplant. Dazu stellt der Bezirk den Bürgerinnen und Bürgern Flächen zur Zwischennutzung für den Anbau zur Verfügung, etwa am Grundstück Glogauer Straße 13 oder im Rahmen des Urban-Gardening im Görlitzer Park.