Initiative für den Erhalt des RAW lädt zum Stadtteilspaziergang ein

Mittwoch, 10. April 2013
Pressemitteilung von:

Abriss und Wohnungsneubau verhindern - „Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble“ lädt ein!

Große Neubauvorhaben bedrohen das ehemalige RAW an der Revaler Straße in Friedrichshain. Die „Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble“ kämpft für die Bewahrung der historischen Gebäude und der soziokulturellen Nutzung.

Mit einem Einwohnerantrag will die Initiative die Diskussion um die Bebauung und zukünftige Nutzungen öffentlich machen und Anwohner*innen in die Planung einbeziehen. Sie bringt Nutzer*innen und Nachbarschaft vor Ort zusammen und plant mit diesen gemeinsam weiterführende Aktionen.

Das öffentliche Engagement beginnt mit einem Stadtteilspaziergang auf dem RAW Gelände. Hier veranschaulichen Akteur*innen rund um das RAW die Dimensionen der aktuellen Planungen der Eigentümerschaft, die demnächst veröffentlicht werden sollen. Dazu werden die bisherigen Entwicklungen auf dem Gelände erläutert und die Visionen der Initiative präsentiert. Sie sind eingeladen teilzunehmen! Der Rundgang beginnt am Freitag, den 12.04.2013 um 13 Uhr an der überdachten Treppe, Revaler Straße 99 Tor 1. Es gibt Kaffee, Kuchen und Sonnenschirme bei Bedarf. Weitere Informationen finden Sie auf kulturensemble-raw.de.

Die Intitiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble
Die Initiative engagiert sich für Erhalt des RAW als Denkmalbereich, Kulturensemble und Naherholungszentrum. Christoph Casper, einer der Initiator*innen erklärt warum: „Das RAW ist ein einzigartiges künstlerisches und kulturelles Zentrum in einem schützenswerten Gebäudeensemble. Dazu bietet es die letzte große Freifläche im Kiez - z.B. für einen dringend benötigten Park.“ Anwohner*innen, Gewerbetreibende, Künstler*innen, Kulturschaffende und Aktivist*innen in Friedrichshain gründeten die Initiative im Januar 2013. Seitdem lädt sie zu regelmäßigen Treffen ein, vernetzt die Beteiligten und Betroffenen vor Ort und evaluiert Instrumente der Bürgerbeteiligung. Sie verfolgt eine mit Anwohner*innen gemeinsam gestaltete Entwicklung im Kiez. Damit führt sie die in der Vergangenheit bereits begonnene Bürgerbeteiligung, die von den Eigentümern geschnitten wurde, fort. Als Prämisse gilt eine Stadtentwicklung, welche die Stadt als Lebensraum und nicht als Kapitalanlage behandelt. Deswegen spricht sich die Initiative auch gegen eine Wohnbebauung auf dem RAW aus. Kuno Zscharnack erläutert die Ablehnung: „Der Wohnungsneubau ist im östlichen Friedrichshain in der bisherigen Form nicht mehr vertretbar. Es herrscht ein Mangel an Wohnfolgeeinrichtungen, die Bevölkerungsdichte ist mit Abstand die höchste in Berlin und der hier von Investmentfirmen finanzierte Neubau schafft meistens nur teure Eigentumswohnungen.“

Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk „Franz Stenzer“ (RAW)
1867 gegründet, ist das RAW Zeugnis mehrere Epochen Stadtgeschichte und steht symbolisch für die Entwicklung Friedrichshains vom Arbeiter- zum Künstlerviertel. Bis zur Schließung 1994 arbeiteten hier über 1000 Menschen. Im Jahr 1999 haben zahlreiche Kunst- und Kulturschaffende begonnen, das Gelände wieder zu nutzen und haben damit einen Großteil vor dem Verfall bewahrt. Das RAW entwickelte sich seitdem zu einem Ort mit internationaler Ausstrahlung und besonderer kultureller Bedeutung. Hier werden kulturelle Unterhaltung und soziales Engagement, freie Kunst und Kunsthandwerk miteinander verbunden. Zu den vielen hundert hier tätigen Künstler*innen, Handwerker*innen und Kulturschaffenden kommen mehrere hunderttausend Besucher*innen pro Jahr.

Kontakt
Franziska Bosse, Christoph Casper, Jenny Goldberg, Kuno Zscharnack
Vertrauensleute der Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble
c/o Stadtteilbüro Friedrichshain
Warschauer Straße 23, 10247 Berlin
info@kulturensemble-raw.de
Tel.: 0157/30289358