Flüchtlingswohnheim Stallschreiberstraße: „Wunderbar integriert“

Donnerstag, 14. Februar 2013
Pressemitteilung von: Grüne Friedrichshain-Kreuzberg

Am 1. Dezember 2012 wurde in der Kreuzberger Stallschreiberstraße ein neues Wohnheim für Flüchtlinge und AsylbewerberInnen eröffnet. 196 Personen, darunter 64 Kinder und Jugendliche, sind inzwischen dort untergebracht.

Anfang Februar verlegten wir unsere Fraktionssitzung in das Wohnheim, um uns vor Ort ein Bild der Entwicklungen zu machen. Frau Lieske, Wohnheimleiterin der Betreiberfirma Prisod, erläuterte gemeinsam mit zwei Sozialpädagoginnen die Situation. Bei einer ersten AnwohnerInnenversammlung vor Ort im Dezember hatte es viel Skepsis gegeben, die Bezirks-CDU hatte Stimmung gegen die neuen Nachbarinnen und Nachbarn gemacht und so eine rassistische Stimmung provoziert. Inzwischen bekomme man aber jede Menge Hilfe und Rückhalt aus der Nachbarschaft, so Lieske. Sie habe noch nie erlebt, dass ein Wohnheim in so kurzer Zeit so „wunderbar“ in den Kiez integriert sei: „Nachbarn bringen Kleider vorbei, Ärzte bieten ihre Hilfe an, die Zusammenarbeit mit Ämtern und Kiezinitiativen ist vorbildlich“. Momentan bemühen sich die MitarbeiterInnen um die Einrichtung eines Internetcafés für die BewohnerInnen. Einen Antrag, der dies vorsieht, hatte unsere Fraktion im Dezember in das Bezirksparlament eingebracht. Einen Wunsch äußerten die Mitarbeiterinnen noch: „Die Flüchtlinge wünschen sich Gesellschaftsspiele, etwas für den Kopf.“ Die Kleiderkammer sei inzwischen gut gefüllt, aber an Möglichkeiten zum Zeitvertreib mangele es. Lieske schloss mit einer interessanten Statistik: Seitdem die Flüchtlinge in das Wohnheim eingezogen seien, sei die Kriminalitätsrate in der Nachbarschaft nicht etwa gestiegen – wie von den SkeptikerInnen zunächst befürchtet – sondern im Gegenteil gesunken.

Im Herbst hatte der Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU) die Bezirke dazu aufgerufen, Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen und AsylbewerberInnen zur Verfügung zu stellen. Das Land hatte versäumt, genügend Flächen einzurichten. Das Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksamt stellte dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) daraufhin Ende November kurzfristig das ehemalige Seniorenheim in der Stallschreiberstraße zur Verfügung.