Baumfällungen am Sportplatz Körtestraße

Donnerstag, 24. Januar 2013
Pressemitteilung von: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Der Sportplatz Körtestraße im Ortsteil Kreuzberg wird in diesem Jahr mit Mitteln aus dem Sportanlagen-Sanierungsprogramm des Senats von Berlin aufwändig saniert. Der Sportplatz erhält einen neuen Kunstrasen und die dazugehörenden Schulsportanlagen werden erneuert. Außerdem werden die Sicherheitsabstände zum Ballfangzaun vergrößert und insbesondere die massiven Beschädigungen durch Pappelwurzeln an der Tragschicht des Sportplatzes beseitigt. Dazu ist es notwendig, die Pappeln zu fällen.

"Es liegt in der Natur einer Pappel, ihr Wurzelwerk weiträumig zu verbreiten. 15 m sind keine Seltenheit. Leider zerstören sie dabei Infrastruktureinrichtungen der Stadt, wie auch im Falle des Sportplatzes Körtestraße. Um den Sportplatz weiter betreiben zu können, geht an der Fällung der 35 Pappeln kein Weg vorbei. Für die gefällten Pappeln werden Hainbuchen und Obstbäume in gleicher Anzahl gepflanzt", so Sportstadtrat Dr. Peter Beckers.

Auf dem Sportplatz Körtestraße ist seit der Eröffnung des Platzes im Jahr 1964 die Jugendabteilung des Fußballvereins SC Berliner Amateure e. V. beheimatet. Sie gehört mit gut 450 Kindern und Jugendlichen zu den größten im Berliner Fußball-Verband und ist vor allem für die Integration verschiedenster Nationalitäten in die 27 Jugend-Fußballmannschaften bekannt. Ohne den Sportplatz Körtestraße würde der Verein seine Heimat verlieren und nicht nur dem Südstern-Kiez ginge ein wichtiges (Sport-) Angebot für die Kinder und Jugendlichen verloren. Daher hofft der Bezirk auf Verständnis für die Baumfällungen, die vermutlich nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen, aber in diesem Falle wirklich unverzichtbar sind.

Im Rahmen der Maßnahme werden auch die auf dem Gelände befindlichen Anlagen für den Schulsport erneuert. Als Kosten für die gesamte Sanierungsmaßnahme werden rund 330.000 € veranschlagt.

 

Erläuterungen:

Auf mehreren Friedrichshainer und Kreuzberger Sportplätzen wurden in letzter Zeit erhebliche Schäden durch Baumwurzeln festgestellt. Die Wurzeln schieben den Kunstrasen der Spielfläche samt Tragschicht hoch, wodurch sich Beulen bilden, die immer mehr zu einer Unfallgefahr für die aktiven Sportlerinnen und Sportler werden. Um diese abzuwenden, ist eine Sanierung der Sportfläche notwendig oder es droht die Schließung der Sportplätze.

Extrem stellt sich die Situation auf dem Sportplatz Körtestraße dar. Der Sportplatz ist von zahlreichen Schwarz-Pappeln umgeben, die mit ihren weitläufigen Wurzeln für Aufwerfungen an mehreren Stellen des Sportplatzes sorgen. Das Wurzelsystem der Pappel mit stark ausgeprägten horizontalen Wurzeln, bildet einerseits Senker, die nach unten abzweigen und andererseits Schösslinge, die nach oben austreiben. Letztere dienen der Vermehrung und führen zu neuen Bäumen. Daher können auch Wurzeltriebe gefällter Bäume immer wieder neu austreiben, wenn sie nicht großräumig entfernt werden. Die Wurzeln der Pappel gehen sternförmig aus und können eine Länge von 15 bis 20 Meter erreichen. Pappeln werden bis zu 100 Jahre alt, jedoch meist früher kernfaul und nach ca. 60 Jahren können durchaus Probleme mit der Standfestigkeit des Baumes auftreten.

Auf dem Sportplatz Körtestraße wurden bereits zweimal Sanierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Beschädigungen des Sportplatzes durch Wurzeln durchgeführt. Die Sanierungsmaßnahme 1999 hat Kosten in Höhe von 50.000 DM verursacht und 2005 waren es bereits 50.000 €, die veranschlagt werden mussten. Es hat sich gezeigt, dass diese Maßnahmen langfristig nicht zum Erfolg führen. Daher plant der Fachbereich Sport eine grundlegende Sanierung des Sportplatzes. Aus dem Sportanlagensanierungsprogramm des Senats von Berlin sind in diesem Zusammenhang 497.000 € für den Umbau des Sportplatzes bewilligt worden.

Es ist vorgesehen 35 Pappeln, die den Sportplatz umschließen, zu entfernen. Für jede gefällte Pappel werden Hainbuchen oder Obstbäume als Ersatz gepflanzt. Die sonstigen Bäume, wie Kastanien, Buchen und Ahorn, bleiben selbstverständlich stehen, da der Sportplatz durch deren Wurzelwuchs nicht beschädigt wird.