Patient im Nachthemd von Klinik beim Bezirksamt abgeladen

Mi, 19/12/2012 - 14:40

Am 17.12.12 ist ein obdachloser Patient, der nach Alkoholintoxikation und Bewusstlosigkeit zur Notfallbehandlung fast zwei Wochen im Centrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie der Charite war, von einem Krankentransportdienst mittels Krankenrollstuhl im Wartebereich der Sozialen Wohnhilfe Friedrichshain-Kreuzberg „abgeladen“ worden.

Der Patient war desorientiert, nur mit einem leichten, kurzärmeligen Krankenhauspyjama und Fußlatschen (ohne Strümpfe) bekleidet und hatte 2 Plastiktüten bei sich.

Unverständlich ist, dass der Patient ohne weitere Rücksprache mit dem Bezirksamt in dem hilflosen, desolaten und nicht orientierten Zustand, ohne witterungsadäquate Bekleidung und ohne Unterkunfts- bzw. Behandlungsanschlussperspektive entlassen bzw. dem Bezirksamt einfach vor die Tür gesetzt wurde, obwohl dem Krankenhaussozialdienst der Charitè sowie den behandelnden Ärzten bekannt war, dass in den ggf. passenden Unterkunftshäusern mit Betreuungsangebot bislang noch kein Platz frei war.

Ein derartiges „Entlassungsmanagement“ der Charite ist zu keinem Zeitpunkt, doch insbesondere unter diesen Witterungsbedingungen und in der Adventszeit nicht akzeptabel. Es wird vom Friedrichshain- Kreuzberger Sozialstadtrat Mildner- Spindler aufs Schärfste kritisiert, da es das Wohl der Patienten gefährdet und eine produktive Zusammenarbeit unmöglich macht.