Demo am 1. Mai: Pressemitteilung der Veranstalter

Di, 01/05/2012 - 23:56

25.000 Demonstranten bei Revolutionärer 1. Mai-Demonstration in Berlin Aufzug wurde von der Polizei unter Anwendung massiver Gewalt aufgelöst

Unter dem Motto „Der Druck steigt – für die soziale Revolution“ zogen am Abend des diesjährigen 1. Mai bis zu 25.000 Menschen unterschiedlichen Alters durch die Berliner Innenstadt. Zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis linker und kapitalismuskritischer Organisationen zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration 2012 aufgerufen. Zu der Veranstaltung hatten verschiedene soziale Initiativen und linke bzw. linksradikale Organisationen wie Antifa-Gruppen mobilisiert. Es nahmen auch mehrere kurdische Vereine sowie erstmals die Ver.di-Bundesjugend mit eigenen Lautsprecherwagen an der Demonstration teil.

 Die Demonstration, die mit einem offensiven antikapitalitischen Ausdruck und mit zahlreichen Fahnen und Transparenten zunächst durch den Kreuzberger Kiez zog, wurde dann auf dem Gang in die politische Mitte Berlins massiv von zahlreichen Polizeibeamten angegriffen und gestoppt. Die Polizei ging in Höhe Lindenstraße/Markgrafenstraße, unweit des Jüdischen Museums, mit unglaublicher Brutalität gegen die Spitze der Demonstration vor und löste den Aufzug mit massiver Härte mittels Schlagstockeinsatz und Tränengas schließlich auf. Ein Grund für diese Maßnahme, die offenbar planmäßig auf die Zerschlag einer politisch missliebigen Veranstaltung genau an diesem Ort gerichtet war, wurde dem Veranstalter nicht genannt. Stattdessen verweigerte die Polizei jegliche Diskussion mit dem Anmelder der Veranstaltung. Zahlreiche Personen wurden verletzt oder willkürlich festgenommen. Eine genaue Zahl liegt derzeit noch nicht vor.

Doch nicht nur von der Polizei ging Gewalt aus. Auf der Höhe Prinzenstraße wurde der Lautsprecherwagen kurdischer Vereine von türkischen Nationalisten und Rechtsextremisten mit Flaschen und Steinen angegriffen. Mehrere Menschen wurden zum Teil erheblich verletzt. Die anwesende Polizei unternahm keine Versuche die körperlichen Angriffe der Rechtsextremisten auf die Demonstrationsteilnehmer zu unterbinden.

Der Pressesprecher des 1. Mai-Bündnis Jonas Schiesser erklärt dazu:  „Zum 25. Jubiläum des Kreuzberger Kiezaufstandes war die heutige große Demonstration trotz Angriffe der Polizei und türkischer Faschisten eine deutliche Ansage in Richtung der Herrschenden gewesen, dass man sich die Angriffe auf die Lebensumstände der Menschen durch das Kapital nicht länger gefallen lässt. Wir freuen uns darüber, dass gerade unter den Bedingungen eines erheblichen Sozialabbaus zur Bewältigung der aktuellen Krise in diesem Jahr so viele Menschen zur Demo gegangen und ihren Unmut auf die Straße getragen habe. Wir rufen nun dazu auf, den europaweiten Widerstand gegen die vermeintliche Krisenbewältigungspolitik der Troika und EZB ebenfalls Mitte Mai nach Frankfurt am Main zu tragen. Wir möchten uns bei allen Bedanken die sich gestern an der Demonstration beteiligt haben, besondere Grüße gehen an all diejenigen die von der Berliner Polizei verprügelt und verhaftet worden sind.“

1. Mai 2012