Protest auf der Spree - Mann läuft übers Wasser

So, 09/09/2012 - 20:27

Mit einer spektakulären Aktion demonstrierte heute der Konstanzer Martin Berg gegen einen Polizeieinsatz in der Bödikerstraße in Zusammenhang mit einer Mediaspree-Demo

Unter dem Motto "herzförmiger Gasballonherzförmiger Gasballonherzförmiger Gasballonherzförmiger Gasballonherzförmiger Gasballon Für Polizisten, die kein Recht brechen" wandelte er in der H2GO gennanten Kugel auf der Spree von der Elsen- bis zur Oberbaumbrücke.

Zu seiner Aktion erklärt Martin Berg:

Meine Festnahme im Rahmen der Demonstration gegen Spree-Media am 5.6.2010. Zusammen mit mir wurden ca. 10 weitere Personen festgenommen. Ursache für die Verhaftung war eine Ordnungswidrigkeit. Ein Zusammenhang zwischen den Verhafteten und der Ordnungswidrigkeit konnte nach meinem Wissen nicht hergestellt werden. Weder zum Zeitpunkt der Festnahme noch im nachhinein. In meinem Fall konnte ich offensichtlich nicht an der Ordnungswidrigkeit beteiligt gewesen sein, da ich mich mit einem Polizisten unterhielt, während die Ordnungswidrigkeit an einem anderen Ort andauerte. Ich drückte in diesem Augenblick meine Anteilnahme wegen eines sehr lautstarken Polizeieinsatzes aus. Eine Haustüre wurde aufgebrochen. Auch schon davor wurde ich von Beamten, die am Einstatz beteiligt waren, auf dem Bürgersteig gesehen und konnte somit nicht zeitgleich eine Ordnungswidrigkeit in einem der angrenzenden Gebäude begangen haben. Aus dem zur aufgebrochenen Tür anschließenden Hausflur wurden weitere ca. 10 Personen festgenommen.

 Die am Tag der Festnahme vorgelesenen Gründe entsprachen nicht den später schriftlich zugeschickten Gründen. Eingeleitete Verfahren, gegen andere ebenfalls festgenommene Personen, betrafen meines Wissens nicht die ursprüngliche Ordnungswidrigkeit, sondern Handlungen oder auch nur angenommene Handlungen, die erst aus dem Polizeieinsatz resultierten.

Inhalt meines Protestes:

Ich protestiere dagegen, dass wegen einer Ordnungswidrigkeit mehr als 10 Personen festgenommen wurden.

Ich protestiere dagegen, dass mehr als 10 Personen wegen einer Ordnungswidrigkeit festgenommen wurden, obwohl kein Zusammenhang zwischen Festgenommenen und Ordnungswidrigkeit erkennbar war.

Ich protestiere dagegen, dass ich festgenommen wurde, obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen mir und der Ordnungswidrigkeit für die an der Festnahme beteiligten Beamten klar erkennbar nicht bestehen konnte.

Ich protestiere dagegen, dass ein staatliches Organ versucht sein unverhältnismäßiges Verhalten im nachhinein zu begründen durch Handlungen, die erst durch das unverhältnismäßige Auftreten des betreffenden Organs provoziert wurden. Und dazu große persönliche Nachteile der Angeklagten in Kauf genommen werden.

Ich protestiere dagegen, dass in einer Demokratie ein staatliches Organ den Eindruck erwecken kann, es sei gegenüber der Ausübung bürgerlicher Freiheitsrechte kritisch oder gar negativ eingestellt.

Ich protestiere dagegen, dass kein Anwalt vorgelassen wurde, obwohl dieser vor Ort war.

Schlusswort

Mit meiner Aktion möchte ich den Blick darauf lenken, dass wir erst vor der eigenen Haustür kehren könnten bevor wir über den Schmutz im Ausland lästern, damit wir nicht in die Gefahr geraten, die Missstände anderer Länder zur Ablenkung von eigenen Problemen zu nutzen.

Unsere Demokratie ist nicht perfekt. -
Warum sollten wir also nicht daran arbeiten?

H2GO - politische Kunstaktion

H2GO - politische Kunstaktion auf der Spree
H2GO - politische Kunstaktion auf der Spree
H2GO
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Martin Berg